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Durch eur Entzücken; wird nicht mächtiger
Durch eur Vertraun. Nicht wahr? Allein ein Mensch!
DAJA.
Ei freilich hätt ein Mensch, etwas für ihn
Zu tun, uns mehr Gelegenheit verschafft.
Und Gott weiß, wie bereit wir dazu waren!
Allein er wollte ja, bedurfte ja
So völlig nichts; war in sich, mit sich so
Vergnügsam, als nur Engel sind, nur Engel
Sein können.
RECHA.
Endlich, als er gar verschwand
NATHAN.
Verschwand? - Wie denn verschwand? -
Sich untern Palmen
Nicht ferner sehen ließ? - Wie? oder habt
Ihr wirklich schon ihn weiter aufgesucht?
DAJA.
Das nun wohl nicht.
NATHAN.
Nicht, Daja? nicht? - Da sieh
Nun was es schadt! - Grausame Schwärmerinnen! -
Wenn dieser Engel nun - nun krank geworden!
RECHA.
Krank!
DAJA.
Krank! Er wird doch nicht!
RECHA.
Welch kalter Schauer
Befällt mich! - Daja! - Meine Stirne, sonst
So warm, fühl! ist auf einmal Eis.
NATHAN.
Er ist
Ein Franke, dieses Klimas ungewohnt;
Ist jung; der harten Arbeit seines Standes,
Des Hungerns, Wachens ungewohnt.
RECHA.
Krank! krank!
DAJA.
Das wäre möglich, meint ja Nathan nur.
NATHAN.
Nun liegt er da! hat weder Freund, noch Geld
Sich Freunde zu besolden.
RECHA.
Ah, mein Vater!
NATHAN.
Liegt ohne Wartung, ohne Rat und Zusprach,
Ein Raub der Schmerzen und des Todes da!
RECHA.
Wo? wo?
NATHAN.
Er, der für eine, die er nie
Gekannt, gesehn - genug, es war ein Mensch -
Ins Feur sich stürzte
DAJA.
Nathan, schonet ihrer!
NATHAN.
Der, was er rettetet, nicht näher kennen,
Nicht weiter sehen mocht, - um ihm den Dank
Zu sparen
DAJA.
Schonet ihrer, Nathan!
NATHAN.
Weiter
Auch nicht zu sehn verlangt, - es wäre denn,
Daß er zum zweitenmal es retten sollte -
Denn gnug, es ist ein Mensch
DAJA.
Hört auf, und seht!
10
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