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Ihr nehmt und gebt mir, Nathan!
Mit vollen Händen beides! - Nein! Ihr gebt
Mir mehr, als Ihr mir nehmt! unendlich mehr!
(Recha um den Hals fallend.)
Ah! meine Schwester! meine Schwester!
NATHAN.
Blanda
Von Filnek.
TEMPELHERR.
Blanda? Blanda? - Recha nicht?
Nicht Eure Recha mehr? - Gott! Ihr verstoßt
Sie! gebt ihr ihren Christennamen wieder!
Verstoßt sie meinetwegen! - Nathan! Nathan!
Warum es sie entgelten lassen? sie!
NATHAN.
Und was? - O meine Kinder! meine Kinder! -
Denn meiner Tochter Bruder wär mein Kind
Nicht auch, - sobald er will?
(Indem er sich ihren Umarmungen überläßt, tritt Saladin
mit unruhigem Erstaunen zu seiner Schwester.)
SALADIN.
Was sagst du, Schwester?
SITTAH.
Ich bin gerührt
SALADIN.
Und ich, - ich schaudere
Vor einer größern Rührung fast zurück!
Bereite dich nur drauf, so gut du kannst.
SITTAH.
Wie?
SALADIN.
Nathan, auf ein Wort! ein Wort! -
(Indem Nathan zu ihm tritt, tritt Sittah zu dem Ge-
schwister, ihm ihre Teilnahme zu bezeigen; und Nathan
und Saladin sprechen leiser.)
Hör! hör doch, Nathan! Sagtest du vorhin
Nicht -?
NATHAN.
Was?
SALADIN.
Aus Deutschland sei ihr Vater nicht
Gewesen; ein geborner Deutscher nicht.
Was war er denn? Wo war er sonst denn her?
NATHAN.
Das hat er selbst mir nie vertrauen wollen.
Aus seinem Munde weiß ich nichts davon.
SALADIN.
Und war auch sonst kein Frank? kein Abendländer?
NATHAN.
Oh! daß er der nicht sei, gestand er wohl. -
Er sprach am liebsten Persisch
SALADIN.
Persisch? Persisch?
Was will ich mehr? - Er ists! Er war es!
NATHAN.
Wer?
SALADIN.
Mein Bruder! ganz gewiß! Mein Assad! ganz
Gewiß!
NATHAN.
Nun, wenn du selbst darauf verfällst: -
Nimm die Versichrung hier in diesem Buche!
(Ihm das Brevier überreichend.)
SALADIN.
(es begierig aufschlagend)
Ah! seine Hand! Auch die erkenn ich wieder!
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