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RECHA.
Was ist an mir? Du wirst,
Wie er, mir unbegreiflich.
DAJA.
Bald nun könnt
Ihr ihm die Unruh all vergelten, die
Er Euch gemacht hat. Seid nur aber auch
Nicht allzu streng, nicht allzu rachbegierig.
RECHA.
Wovon du sprichst, das magst du selber wissen.
DAJA.
Und seid denn Ihr bereits so ruhig wieder?
RECHA.
Das bin ich; ja das bin ich
DAJA.
Wenigstens
Gesteht, daß Ihr Euch seiner Unruh freut;
Und seiner Unruh danket, was Ihr itzt
Von Ruh genießt.
RECHA.
Mir völlig unbewußt!
Denn was ich höchstens dir gestehen könnte,
Wär, daß es mich - mich selbst befremdet, wie
Auf einen solchen Sturm in meinem Herzen
So eine Stille plötzlich folgen können.
Sein voller Anblick, sein Gespräch, sein Ton
Hat mich
DAJA.
Gesättigt schon?
RECHA.
Gesättigt, will
Ich nun nicht sagen; nein - bei weitem nicht -
DAJA.
Den heißen Hunger nur gestillt.
RECHA.
Nun ja:
Wenn du so willst.
DAJA.
Ich eben nicht.
RECHA.
Er wird
Mir ewig wert; mir ewig werter, als
Mein Leben bleiben: wenn auch schon mein Puls
Nicht mehr bei seinem bloßen Namen wechselt;
Nicht mehr mein Herz, sooft ich an ihn denke,
Geschwinder, stärker schlägt. - Was schwatz ich? Komm,
Komm, liebe Daja, wieder an das Fenster,
Das auf die Palmen sieht.
DAJA.
So ist er doch
Wohl noch nicht ganz gestillt, der heiße Hunger.
RECHA.
Nun werd ich auch die Palmen wieder sehn:
Nicht ihn bloß untern Palmen.
DAJA.
Diese Kälte
Beginnt auch wohl ein neues Fieber nur.
RECHA.
Was Kält? Ich bin nicht kalt. Ich sehe wahrlich
Nicht minder gern, was ich mit Ruhe sehe.
VIERTER AUFTRITT
(Szene: ein Audienzsaal in dem Palaste des Saladin.)
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