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Ich muß dir nur gestehen, - daß ich im
Begriffe war -
NATHAN.
Doch nicht, das Nämliche
An mich zu suchen?
SALADIN.
Allerdings.
NATHAN.
So wär
Uns beiden ja geholfen! - Daß ich aber
Dir alle meine Barschaft nicht kann schicken,
Das macht der junge Tempelherr. Du kennst
Ihn ja. Ihm hab ich eine große Post
Vorher noch zu bezahlen.
SALADIN.
Tempelherr?
Du wirst doch meine schlimmsten Feinde nicht
Mit deinem Geld auch unterstützen wollen?
NATHAN.
Ich spreche von dem einen nur, dem du
Das Leben spartest
SALADIN.
Ah! woran erinnerst
Du mich! - Hab ich doch diesen Jüngling ganz
Vergessen! - Kennst du ihn? - Wo ist er?
NATHAN.
Wie?
So weißt du nicht, wieviel von deiner Gnade
Für ihn, durch ihn auf mich geflossen? Er,
Er mit Gefahr des neu erhaltnen Lebens,
Hat meine Tochter aus dem Feur gerettet.
SALADIN.
Er? Hat er das? - Ha! darnach sah er aus.
Das hätte traun mein Bruder auch getan,
Dem er so ähnelt! - Ist er denn noch hier?
So bring ihn her! - Ich habe meiner Schwester
Von diesem ihren Bruder, den sie nicht
Gekannt, so viel erzählet, daß ich sie
Sein Ebenbild doch auch muß sehen lassen! -
Geh, hol ihn! - Wie aus einer guten Tat,
Gebar sie auch schon bloße Leidenschaft,
Doch so viel andre gute Taten fließen!
Geh, hol ihn!
NATHAN.
(indem er Saladins Hand fahren läßt)
Augenblicks! Und bei dem andern
Bleibt es doch auch? (Ab.)
SALADIN.
Ah! daß ich meine Schwester
Nicht horchen lassen! - Zu ihr! zu ihr! - Denn
Wie soll ich alles das ihr nun erzählen?
(Ab von der andern Seite.)
ACHTER AUFTRITT
Die Szene: unter den Palmen, in der Nähe des Klosters, wo der Tempelherr Nathans wartet.
TEMPELHERR.
(geht, mit sich selbst kämpfend, auf und ab, bis er losbricht).
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