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Gott loben! Er, er trug Euch und den Nachen
Auf Flügeln seiner unsichtbaren Engel
Die ungetreuen Ström hinüber. Er,
Er winkte meinem Engel, daß er sichtbar
Auf seinem weißen Fittiche, mich durch
Das Feuer trüge -
NATHAN.
(Weißem Fittiche!
Ja, ja! der weiße vorgespreizte Mantel
Des Tempelherrn.)
RECHA.
Er sichtbar, sichtbar mich
Durchs Feuer trüg, von seinem Fittiche
Verweht. - Ich also, ich hab einen Engel
Von Angesicht zu Angesicht gesehn;
Und meinen Engel.
NATHAN.
Recha wär es wert;
Und würd an ihm nichts Schönres sehn, als er
An Ihr
RECHA.
(lächelnd) Wem schmeichelt Ihr, mein Vater? wem?
Dem Engel, oder Euch?
NATHAN.
Doch hätt auch nur
Ein Mensch - ein Mensch, wie die Natur sie täglich
Gewährt, dir diesen Dienst erzeigt: er müßte
Für dich ein Engel sein. Er müßt und würde.
RECHA.
Nicht so ein Engel; nein! ein wirklicher;
Es war gewiß ein wirklicher! - Habt Ihr,
Ihr selbst die Möglichkeit, daß Engel sind,
Daß Gott zum Besten derer, die ihn lieben,
Auch Wunder könne tun, mich nicht gelehrt?
Ich lieb ihn ja.
NATHAN.
Und er liebt dich; und tut
Für dich, und deinesgleichen, stündlich Wunder;
Ja, hat sie schon von aller Ewigkeit
Für euch getan.
RECHA.
Das hör ich gern.
NATHAN.
Wie? weil
Es ganz natürlich, ganz alltäglich klänge,
Wenn dich ein eigentlicher Tempelherr
Gerettet hätte: sollt es darum weniger
Ein Wunder sein? - Der Wunder höchstes ist,
Daß uns die wahren, echten Wunder so
Alltäglich werden können, werden sollen.
Ohn dieses allgemeine Wunder, hätte
Ein Denkender wohl schwerlich Wunder je
Genannt, was Kindern bloß so heißen müßte,
Die gaffend nur das Ungewöhnlichste,
Das Neuste nur verfolgen.
DAJA.
(zu Nathan) Wollt Ihr denn
Ihr ohnedem schon überspanntes Hirn
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